Spannende "Corona-Gespräche"

Am 7. und am 22. Mai lud das Kircheneck zum "Corona-Gespräch", einem moderierten Austausch über die Erfahrungen der bisherigen Corona-Zeit. In einer Atmosphäre des wohlwollenden Zuhörens, ist man eingeladen seine Geschichte mit anderen zu teilen.
Angenehme und befreiende Zeit
Erwartungsgemäß wurde diese Zeit sehr unterschiedlich erlebt. Die einen erlebten sie als angenehme und befreiende Zeit, da durch das Entfallen aller Termine, die Zeit z. B. ungestört zum Schreiben verwendet worden konnte. Oder wie durch bewusstes Hinausgehen und Wahrnehmen der Stille, die Stadt ganz anders wahrgenommen wurde; ja fremd, wenn selbst am Hauptplatz nur zwei Personen anzutreffen waren, dafür aber das Vogelgezwitscher desto lauter zu hören war.
Sorgenvolle, beklemmende und schmerzvolle Zeit
Mütter erlebten die Zeit äußerst sorgenvoll und in Angst: wegen einer möglichen Erkrankung der Kinder, oder der eigenen Ansteckungsgefahr mit der Folge, für die Kinder nicht mehr Dasein zu können.
Manche haben das zuhause bleiben müssen als sehr beklemmend empfunden: niemanden treffen zu dürfen, keine Gottesdienste live mitfeiern zu können, keine Besuche empfangen zu können.
So auch die schmerzliche Erfahrung, eine schwer erkrankte Schwester im Krankenhaus nicht besuchen zu dürfen.
Ergreifende, von Gottes Gegenwart erfüllte und beglückende Zeit
Wiederum andere erzählten von zum Teil sehr ergreifenden Gottesdiensten via TV, z.B. mit dem Papst, den verschiedenen Diözesen oder die zunehmend im Internet angebotenen Übertragungen von Pfarrgottesdiensten. Oder wie der Glaube, dass Gott in jeder Situation - auch im Leid und Tod - gegenwärtig ist, Trost, Zuversicht und Gelassenheit schenkt.
Allerdings vermisste eine Person eine klare Stellungnahme von Kirchenverantwortlichen hinsichtlich einer Deutung der Pandemie aus dem katholischen Glauben.
Schließlich wurden die beglückenden Erfahrungen von Solidarität erwähnt, z.B. im Wohnhaus von mehreren Personen einen Einkaufsdienst angeboten zu bekommen oder wenn man selbst Einkäufe für Menschen der Risikogruppe übernommen hat.
- Fazit: Jede und jeder hat eine "Corona"-Geschichte zu erzählen, die es wert ist, gehört zu werden; und dass das Teilen dieser Erfahrungen sehr bereichernd ist.